Der Selige Gerhard und seine „Unvergängliche Bruderschaft“

3. Der Selige Gerhard
Gründer des Ordens

98

GERHARD, der erste Rektor des Hospitals St. Johannes von Jerusalem, wurde einigen Quellen zufolge in Amalfi, anderen zufolge in der Provence geboren. Als Jerusalem von Gottfried belagert wurde, sperrten ihn die Barbaren in ein dunkles Gefängnis, da sie vermuteten, er könnte als Mann von höchster Klugheit und großer Tapferkeit im Geheimen die christliche Armee in die Stadt einschleusen. Er wurde jedoch bald nach dem Einzug des Siegers befreit. Mit tiefster Frömmigkeit diente er in dem genannten Hospital, sodass sich sein Ruf der Nächstenliebe und seines edlen Ordens als Hospitaliter verbreitete. Buglione und seine Hauptleute ehrten ihn mit reichen Gaben, und so wuchsen Vermögen und Einnahmen des Hospitals, das in verschiedenen europäischen Provinzen Niederlassungen gründete. Papst Paschalis II. bezeichnete Gerhard in einer an ihn gerichteten Bulle als Gründer und Präsident des Hospitals von Jerusalem. Er verbrachte sein Leben in Frömmigkeit und starb im Jahr 1118 oder 1120 im hohen Alter. Vermutlich übernahm er um das Jahr 1099 die Leitung des Hospitals als Rektor. Er lebte ein frommes Leben und pflegte einen tadellosen Charakter, weshalb er vom Heiligen Jerusalemer Orden zu den Seligen gezählt wird.

Hinsichtlich der Entstehung und der Herkunft Gerhards stehen sich in der Geschichtswissenschaft zwei wesentliche Positionen gegenüber:

Bild99

Bild100 :
Gedenktafel
in Martigue/Provence:

1. Die provenzalische Hypothese101: 

Diese geht von einer unabhängigen Gründung aus und verortet Gerhards102 Herkunft in der Provence (Südfrankreich), genauer auf der Insel Martigues bei Marseille. In dieser Tradition103 wird ihm der Beiname „Tonque“104 (in Variationen wie Tum, Tunc oder Tenque) zugeschrieben.

2. Die amalfitanische Hypothese105: Diese vertritt die Kontinuität der Hospitaltradition und sieht in Gerhard einen Abkömmling der Familie „del Sasso“106 aus Scala bei Amalfi (Süditalien).107

Es ist nicht Ziel dieser Untersuchung, die biografischen Details oder die verschiedenen Varianten dieser Hypothesen abschließend zu diskutieren, wenngleich die Wahrscheinlichkeit, dass Gerhard aus Scala bei Amalfi stammt, sehr hoch ist. Unabhängig von der Entscheidung für eine dieser Traditionen bleibt festzuhalten: Weder würde der Nachweis einer direkten Kontinuität die Bedeutung der Stiftung erhöhen, noch würde die Annahme einer spontanen Neugründung diese schmälern.

Bild108

Das Hospiz des Hl. Johannes bleibt in jedem Fall die historische Wiege des heute als Malteser-Ritterorden bekannten souveränen Ordens.109

Hinsichtlich der institutionellen Anfänge des Ordens des Hl. Johannes existieren in der Geschichtsschreibung unterschiedliche Forschungspositionen. Eine Gruppe von Historikern vertritt die Ansicht, das ursprüngliche Hospital sei während des Angriffs der Seldschuken zwischen 1070 und 1078 zerstört und zeitnah wieder aufgebaut worden110. Demgegenüber steht die Auffassung, das Hospital habe den seldschukischen Angriffen standgehalten, sodass dessen Leiter während der entscheidenden Belagerung von 1099 persönlich in Jerusalem präsent sein konnte.

Die Gestalt des Seligen Gerhard und die Legende vom Brotwunder

Die historische Identität des Seligen Gerhard ist untrennbar mit den Ereignissen der Belagerung Jerusalems im Jahr 1099 verwoben. Zeitgenössische Chronisten und spätere Legenden zeichnen das Bild eines Mannes, dessen Wirken zwischen historisch verbürgter Standhaftigkeit und wunderbarer göttlicher Intervention steht.

Wilhelm
von Tyrus
111 (ca. 1130–1186) war Kanzler des Königreichs Jerusalem. Er starb 1190. Geboren um 1130 in Jerusalem, studierte er ab ca. 1145 in Europa. Nach seiner Rückkehr 1165 in die Heimat wurde er 1167 zum Archidiakon von Tyrus ernannt. 1170 wurde er zum Erzieher des späteren Königs Balduin IV. ernannt, der ihn bei seiner Thronbesteigung zum Kanzler ernannte. Er schrieb zwischen 1169 und 1173 seine vielbeachtete Geschichte der Kreuzfahrerstaaten und wurde 1175 Erzbischof von Tyrus.112

Er schreibt in seiner Kreuzzugschronik „Historia rerum in partibus transmarinis gestarum“ (Geschichte der Taten im Ausland), Gerhard sei ein Mann von „ehrenwertem Lebenswandel“, der sich bereits lange zuvor demütig dem Dienst an den Armen gewidmet hatte. Er würdigt Gerhard als einen gottesfürchtigen Mann, der das Hospital leitete und sich während der Belagerung Jerusalems im Ersten Kreuzzug (1099) innerhalb der Stadtmauern befand und durch besondere Mildtätigkeit auszeichnete. Zusammenfassend stellt Wilhelm von Tyrus Gerhard als einen demütigen Diener Gottes dar, dessen organisatorisches Talent und tiefe Nächstenliebe das Fundament für einen der bedeutendsten Ritterorden des Mittelalters legten113.

Der Selige Gerhard114

Kreuzfahrer
aus Wilhelm von Tyrus‘ „Geschichte der Taten jenseits des Meeres“115

Während der Belagerung Jerusalems durch das christliche Heer geriet Gerhard unter den Verdacht der muslimischen Fatimiden, die Belagerer zu unterstützen. Wilhelm berichtet, Gerhard sei gefangengenommen, gefoltert und dabei schwer misshandelt worden.
Diese historische Not bildet den Hintergrund für die sogenannte „Legende vom Brotwunder“. Sie findet sich in den Miracula, einer Sammlung von Spitallegenden, die ab dem späten 12. Jahrhundert den Statuten des Ordens des Hl. Johannes als spirituelle Einleitung vorangestellt wurden. Während die ersten vier Legenden biblische Ursprünge des Hospitals konstruieren, bildet die Erzählung vom Brotwunder als fünfte Legende den Abschluss und den Übergang zur unmittelbaren Ordensgeschichte.
Demnach verwaltete Gerhard das Hospital unter sarazenischer Herrschaft und diente den Armen mit jenen Almosen, die ihm sogar von den Herrschern gewährt wurden. Als das christliche Heer unter großer Hungersnot vor den Mauern lag, verbarg Gerhard täglich Brote in seinem Schoß und warf sie von der Stadtmauer hinab zu den hungernden Belagerern. Von den Wachen beim Sultan der Verräterei angeklagt, wurde Gerhard auf frischer Tat mit den verborgenen Broten ergriffen und vor den Herrscher geführt. Doch als die Ankläger die Beweise vorzeigen wollten, fanden sie durch die Kraft Gottes nur Steine in seinem Gewand. Der Sultan, im Glauben, Gerhard sei das Opfer einer bösartigen Verleumdung durch seine eigenen Diener, ließ den Hospitalvorsteher in Frieden ziehen. Befreit von Argwohn, setzte Gerhard sein Werk nun noch eifriger fort und versorgte die Christen bis zur Einnahme der Stadt am 15. Juli 1099.
Diese spirituelle Überlieferung hat einen festen Platz in der Ikonographie gefunden:
Ein Fresko116 in der Kapelle des Großmagisteriums in Rom zeigt den „Beato Gherardo“ in Ketten, ebenso wie eine Darstellung im Großmeisterpalast in Valletta das Wunder der zu Steinen gewordenen Brote verewigt. Die moderne Forschung (vgl. Oratores et Bellatores117) sieht in diesen Berichten den Kern der historischen Wahrheit: Dass Gerhard die Kreuzfahrer sowohl mit physischer Nahrung als auch mit strategischen Informationen unterstützte und unmittelbar nach dem Sieg die Verwundeten im Xenodochium aufnahm.


Fresko im Großmeisterpalast in Valletta118

Der Selige Gerhard wirft den Kreuzfahrern von der Jerusalemer Stadtmauer Brot zu. Ausschnitte aus einem Kupferstich119, wahrscheinlich aus der Zeit um 1740.

Ikone des
Seligen Gerhard120

Der Selige Gerhard121.


Die Reorganisation von 1099 als Gründungsakt

Die historische Bedeutung des Seligen Gerhard manifestiert sich in seiner Rolle als Reformator und Stifter.

William Caoursin122 bezeichnet ihn treffend als „Gründer und Errichter des Jerusalemer Xenodochiums“. Unmittelbar nach der Eroberung Jerusalems im Jahr 1099 unterzog Gerhard das bestehende Hospiz einer grundlegenden Reorganisation. Diese Maßnahme war angesichts der massiv ansteigenden Patientenzahlen – bedingt durch verwundete Kreuzfahrer und die ihnen folgenden Pilgerscharen – eine logistische Notwendigkeit.

In der historischen Forschung wird dieses Jahr 1099 zurecht als das Gründungsjahr jener Gemeinschaft123 begriffen, die sich zum Orden des Hl. Johannes entwickelte124. Dabei ist es für die institutionelle Kontinuität sekundär, ob dieser Akt eine formale Loslösung vom Mutterkloster St. Maria Latina und eine Modifikation der Benediktsregel darstellte oder ob die Hospitalbruderschaft schrittweise die Struktur eines eigenständigen Ordens annahm. In jedem Fall ist es historisch legitim, Gerhard als den Gründer des Ordens des Hl. Johannes zu bezeichnen.

Unter seiner Führung begannen die Brüder, ein Leben nach den Evangelischen Räten – Armut, Keuschheit und Gehorsam – zu führen. Als äußeres Zeichen ihrer Profess trugen sie ein schwarzes Ordensgewand125, das auf der linken Seite mit einem weißen Balkenkreuz126 gezeichnet war. Obgleich die ursprünglichen Statuten aus der Zeit Gerhards verloren gegangen sind, darf man analog zur späteren Regel seines Nachfolgers Raimund du Puy davon ausgehen, dass sie ein Konglomerat127 aus benediktinischen und augustinischen Elementen darstellten, ergänzt um spezifische hospitale Bestimmungen.

Der These, die Gemeinschaft unter Gerhard sei lediglich eine lose Vereinigung Gleichgesinnter gewesen, ist daher entschieden zu widersprechen. Auch wenn der Orden des Hl. Johannes im strengen Sinne des kanonischen Rechts erst zwischen 1135 und 1153 seine vollendete Unabhängigkeit erlangte, legte die zielgerichtete Organisation unter dem Seligen Gerhard bereits 1099 das feste Fundament für diese Entwicklung.

Der Selige Gerhard
im Hospital von Jerusalem128

2B Exkurs: Balduin I. (1100–1118):

Konsolidierung und Expansion des lateinischen Königreichs

P532C1T7#yIS1
Die Krönung Balduins I. am Weihnachtstag129

Balduin I. (eigentlich Balduin von Boulogne, ca. 1058–1118), der jüngere Bruder Gottfrieds von Bouillon, gilt als der eigentliche Architekt der lateinischen Herrschaft im Nahen Osten. Nachdem er Gottfried ab 1096 auf dem Ersten Kreuzzug begleitet hatte, separierte er sich nach der Belagerung von Nicäa vom Hauptheer. Über Kilikien stieß er nach Mesopotamien vor, wo er 1098 mit der Grafschaft Edessa den ersten Kreuzfahrerstaat begründete.

P536C1T7#y1Siegel der Könige von Jerusalem130

Nach dem Tod seines Bruders im Jahr 1100 wurde Balduin zum König von Jerusalem gewählt; seine Krönung erfolgte am 25. Dezember 1100. Diese Wahl war kirchenpolitisch bedeutsam, da sie den Sieg der militärisch-weltlichen Fraktion über die theokratischen Ambitionen der Kirche markierte. Unter seiner Ägide festigte sich die staatliche Autorität gegenüber dem Klerus erheblich.

P539C1T7#y1Balduins Regierungszeit war durch eine aggressive Expansionspolitik und die Sicherung der Grenzen geprägt. Durch strategische Zugeständnisse an die Seerepubliken Genua und Venedig sicherte er sich die notwendige maritime Unterstützung, um die zentralen Hafenstädte Palästinas zu erobern. Dies war die Voraussetzung für den Nachschub aus dem Westen und die wirtschaftliche Stabilität der lateinischen Staaten. Neben der Abwehr ägyptischer Vorstöße fungierte Balduin als Schutzherr der anderen Kreuzfahrerstaaten (Antiochia, Edessa und Tripolis). Er verstarb 1118 während eines Feldzugs gegen Ägypten, woraufhin sein Cousin Balduin II. die Nachfolge antrat.

Siegel von Balduin, König von Jerusalem131

König Balduin I. von Jerusalem bestätigt 1110 dem Orden des Hl. Johannes seinen Besitz und schenkt ihm Güter.132

Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit! Allen Menschen sei bewusst, dass ich, Balduin, von Gottes Gnaden König von Jerusalem, alle Gaben und Almosen, welche dem Hospital von Jerusalem bis auf diesen Tag zuteil geworden sind, schriftlich gutheiße und bestätige, seien es nun Dörfer oder Bauern, Häuser, Ländereien oder andere irdische Güter, auf dass von heute ab niemand, weder Mann noch Weib, diesen Besitz zu stören und das Hospital von Jerusalem und die Armen Christi zu berauben wage. Zunächst billige und bestätige ich das Geschenk, welches der Herzog Gottfried, mein Bruder, dem Hospital gemacht hat, das ist ein Dorf mit Namen Hessilia und zwei Backöfen in Jerusalem. Sodann bestätige ich auch meine eignen Schenkungen, nämlich: die beiden Dörfer Bethafafa und Montana und Ländereien und Häuser an verschiedenen Stellen in Jerusalem, außerdem den Garten des Priesters Anfred, eines reichen Bauern in Nablus, nebst Häusern und einer Mühle in besagter Stadt, einen guten Backofen in Joppe, endlich Häuser und Ländereien an verschiedenen Stellen in Joppe und in Akkon. Ferner sind die folgenden Schenkungen dem vorgenannten Hospital gemacht worden, welche ich ebenfalls gutheiße und bestätige, nämlich ein Dorf mit Namen Sussia von Baffumet, ein anderes mit Namen Bethamis vom Vize-Grafen Granerius, das Dorf Casale Melius im Gebiet von Askalon von Hugo von Puzath, das Dorf an der Mühle im Gebiet von Azolus von Anselm vom Turme Davids, ein anderes im Gebiet von Cäsarea von Eustachius nebst den Ländereien bei Cacho von demselben und einige Bauern unter seiner (des Eustachius) Zustimmung von seinen Soldrittern, ein Dorf mit Namen Dir Berham im Lande Soeth von Petrus de Cens und ein anderes von Arnulfus Loferencus ( der Franke) namens Caphar Mazre; dann einige Bauern und Ländereien von Hugo und Gervasius in Thabaria, drei Bauern vom Bischof von Nazareth, ein solcher von Willermus de Tenches, ein anderer von Paganus Vacca, ein anderer von Drogo, ein anderer von Dominicus und Guilbertus de Salinas, ein anderer von Paganus von Cayphas nebst Ländereien und Häusern in Cayphas und in Caphernaum, ein anderer Bauer von Romanus de Podio, ein anderer von Balduin von Rama nebst Ländereien und Häusern in der Stadt Rama, endlich Ländereien und Häuser in St. Georg von dem Bischof von Rama. Alle diese Schenkungen, wie vorstehend beschrieben, heiße ich gut und bestätige sie dem Hospital. Zum Schluss noch (wiederhole ich): damit sich Gott meiner erbarme und der Seele meines Vaters und meines Bruders, aller meiner Verwandten und aller verstorbenen Gläubigen, heiße ich gut, so viel ich vermag, und bestätige dem Hospital von Jerusalem alles, was es bis heute erworben und was es heute besitzt. Ich will, dass diese Güter immer für den Lebensunterhalt und die Bedürfnisse der Armen Verwendung finden. Sollte jemand diesen Besitz anzugreifen oder zu verringern versuchen, den suche Gott mit Plagen heim, bis er sich bußfertig abwendet! Dieses Diplom der Bekräftigung und der Bestätigung wurde gemacht den 26. Oktober des Jahres 1110 nach der Fleischwerdung des Herrn. Dabei waren als Zeugen anwesend: Hugo de Puzath; Eustachius Granerius, der Vize-Graf von Jerusalem; Anselm vom Turme Davids; Walter Baffumeth; Guido de Millen; Gothmarn und viele andere Adelige und rechtschaffene Männer, die es gesehen und gehört haben.

3B Exkurs: Balduin II. (1118–1131)

Expansion und Lehnshegemonie

Balduin II. (Balduin von Bourcq, † 1131), ein Cousin seines Vorgängers Balduin I. und ebenfalls Teilnehmer des Ersten Kreuzzugs, setzte die Expansions- und Festigungspolitik des Königreichs Jerusalem konsequent fort. Seine Regierungszeit war durch eine intensive militärische Auseinandersetzung mit den seldschukischen Kräften in Nordsyrien geprägt.

Unter seiner Herrschaft erreichte Jerusalem eine hegemoniale Stellung innerhalb der lateinischen Staaten: Das Fürstentum Antiochia geriet in eine faktische Abhängigkeit von der Jerusalemer Krone, und durch die Eroberung der wichtigen Hafenstadt Tyros wurde die maritime Kontrolle über die Levante weiter abgesichert. Auf Balduin II. folgte sein Schwiegersohn Fulko von Anjou, dessen Sohn Balduin III. (reg. 1143–1162) schließlich mit den beginnenden Erosionserscheinungen der lateinischen Macht konfrontiert wurde.

4B Exkurs: Balduin III. (1143–1162)

und die Krise der lateinischen Staaten

Balduin III., Sohn und Nachfolger von Fulko von Anjou, trat 1143 die Herrschaft im Königreich Jerusalem an, wobei seine Mutter Melisende bis 1152 die Regentschaft führte. Seine Regierungszeit war durch eine signifikante Schwächung der lateinischen Präsenz im Nahen Osten gekennzeichnet. Wesentliche Zäsuren bildeten der Verlust der Grafschaft Edessa an die Muslime im Jahr 1144 sowie das Scheitern des Zweiten Kreuzzugs. Zudem gelang es dem syrischen Herrscher Nur ad-Din, 1154 Damaskus und weite Teile Nordsyriens zu annektieren, was den Druck auf die Kreuzfahrerstaaten massiv erhöhte.

Nach Balduins Tod im Jahr 1162 folgte ihm sein Bruder Amalrich I. auf den Thron. In der Folgegeneration versuchte sein Neffe, Balduin IV. (bekannt als „der Aussätzige“, reg. 1174–1185), das Territorium gegen die Expansion Saladins zu verteidigen. Aufgrund seiner fortschreitenden Lepra-Erkrankung regelte Balduin IV. bereits 1183 seine Nachfolge durch die Krönung seines jungen Neffen, Balduin V. († 1186).133

Expansion und logistische Vernetzung der Hospitalität

Bereits unter der Führung des Seligen Gerhard erfuhr die neu gegründete Gemeinschaft einen massiven personellen Zuwachs durch Pilger, die sich dem Hospital als Helfer oder Profess-Brüder anschlossen. Diese personelle Konsolidierung wurde durch bedeutende Schenkungen134 flankiert, unter anderem durch Gottfried von Bouillon.

Bild135

In diesem Kontext ist eine verbreitete, wenngleich idealistische Fehlinterpretation zu korrigieren: Die Legende, nach der König Balduin I. dem Seligen Gerhard bereits das Schwert eines Großmeisters überreicht haben soll, hält der historischen Prüfung nicht stand, da sich die ritterliche Komponente erst später voll entfaltete. Gleichwohl ermöglichten die großzügigen Dotationen Balduins I. (ab 1108) dem Seligen Gerhard eine strategische Ausweitung des karitativen Netzes.

Noch vor der formalen päpstlichen Bestätigung im Jahr 1113 wurden bedeutende Zweighospitäler in den europäischen Mittelmeerhäfen errichtet, unter anderem bei der Burg des Heiligen Ägidius (Saint-Gilles, Frankreich) sowie in den italienischen Hafenstädten


Asti136,

Pisa, Bari, Otranto (Ydrontum), Tarent und Messina.

Diese Gründungswelle folgte einer klaren logistischen Rationalität: Nachdem die Passage nach Jerusalem wieder gesichert war und die Pilgerströme massiv anstiegen, fungierten diese Häuser als präventive Versorgungsstationen. Durch die frühzeitige Behandlung kranker Pilger in Europa sollte eine Überlastung des Haupthospitals im Orden des Hl. Johannes in Jerusalem vermieden werden. Diese maritime Infrastruktur bildete somit das Rückgrat einer organisierten, grenzüberschreitenden Krankenpflege.

137
Die päpstliche Konstituierung durch „Pie postulatio voluntatis“ (1113)
Die Geburtsstunde der rechtlichen Souveränität

Den entscheidenden Akt der kirchenrechtlichen Konsolidierung vollzog Papst Paschalis II. am 15. Februar 1113. Mit der feierlichen Bulle „Pie postulatio voluntatis“ bestätigte er die Hospitalgemeinschaft als eigenständige Institution innerhalb der Kirche.
Durch dieses wegweisende Dekret übernahm der Heilige Stuhl das unmittelbare Protektorat über das Hospital in Jerusalem. Der Papst bestätigte darin nicht nur die bereits bestehenden Erwerbungen und Schenkungen des Ordens des Hl. Johannes in Europa und Asien, sondern gewährte der Gemeinschaft auch das Privileg der Exemtion. Damit wurde das Hospital der bischöflichen Jurisdiktion entzogen und direkt dem Papst unterstellt. Diese Bulle bildete das völkerrechtliche Fundament für die Souveränität des Ordens des Hl. Johannes und besiegelte die Vision des Seligen Gerhard: Die Transformation einer lokalen Bruderschaft in einen universalen, päpstlich anerkannten Orden, dessen Wirkungskreis sich nun über die Grenzen des Heiligen Landes hinaus erstreckte.
Bild138

PÄPSTLICHE BULLE „Pie postulatio voluntatis“
vom 15. Februar139

Das obige Manuskript ist das Original,
ich habe aber ein weiteres Manuskript
(möglicherweise KI-regeneriert)
unter folgendem Link gefunden:

https://schola-sainte-cecile.com/tag/pie-postulatio-voluntatis/

Der Text (in deutscher Übersetzung140) lautet wie folgt:

P580C1T8#y1PAPST PASCHALIS II.
AN SEINEN EHRWÜRDIGEN SOHN GERHARD
141

Paschalis, Bischof, Diener der Diener Gottes, an seinen ehrwürdigen Sohn Gerhard, Leiter und Vorsteher des Xenodochiums zu Jerusalem, und seinen
rechtmäßigen Nachfolgern für alle Zeiten.

Deines frommen Willens Bitte soll nachstehend verwirklicht werden. Deine Liebe hat verlangt, dass das Xenodochium, das Du in der Stadt Jerusalem neben der Kirche des hl. Johannes des Täufers errichtet hast, durch die Autorität des Apostolischen Stuhles gefestigt und durch das Patrozinium142 des hl. Apostels Petrus begünstigt werde. Wir haben deshalb, erfreut durch Deine frommen Bestrebungen der Gastfreundschaft, Deine Bitte mit väterlicher Güte aufgenommen und genehmigen, dass jenes Gotteshaus, jenes Xenodochium, sowohl unter den Schutz des Apostolischen Stuhles als auch unter die Schutzherrschaft des hl. Petrus durch die Autorität der vorliegenden Urkunde auf immer gestellt werde.

Wir ordnen an, dass also alles, was zur Befriedigung der Not der Pilger und der Armen, entweder in den Pfarreien und Gebieten der Kirche zu Jerusalem oder anderer Kirchen, durch Deine inständige Sorge, für dieses Xenodochium erworben worden ist, oder anderen gelingt auf rechtmäßige Weise zu erwerben, oder was von unseren ehrwürdigen Brüdern, den Bischöfen der Kirche zu Jerusalem abgetreten worden ist, sowohl Dir als auch Deinen Nachfolgern, die sich der Pilger annehmen, auf immer in Ruhe und ungeschmälert bewahrt bleibe.

Ebenso bestätigen wir den Zehnten aller Einkünfte, die Ihr, wo immer auch, durch Eure Mühen und Sorgen sammelt, dass Ihr sie haben und besitzen sollt für Euer Xenodochium ohne Widerspruch der Bischöfe und der bischöflichen Diener.

Wir bestimmen auch, dass Ihr Schenkungen, die Kirchenfürsten von ihren Abgaben und Einkünften diesem Xenodochium überlassen, ungeschmälert haben sollt.

Wenn Du, zurzeit Provisor und Propst dieses Ortes, einmal gestorben bist, so soll niemand, weder durch List noch Gewalt dort herausgestellt werden (als Nachfolger), wenn ihn nicht die Brüder dort nach göttlicher Vorschrift (Eingebung) erwählt und eingewiesen haben.

Außerdem bestätigen wir für alle Zeit alle Stiftungen und Besitzungen, die dieses Xenodochium derzeit diesseits und jenseits des Meeres, sei es in Asien oder Europa entweder jetzt hat oder in Zukunft durch Gottes Freigiebigkeit erlangen wird, Dir und Deinen Nachfolgern, die in frommen Eifer die Aufgaben der Gastfreundschaft versehen.

Im Anschluss daran bestimmen wir, dass es keinem Menschen erlaubt sein soll, dies Hospital verwegen zu gefährden (zu beunruhigen) oder seine Besitztümer wegzunehmen, oder weggenommene zurückzubehalten, zu mindern oder durch verwegene Schikanen zu plagen. Vielmehr soll das alles ungeschmälert erhalten bleiben für die, für deren Unterhalt und Lenkung es verliehen wurde, auch in Zukunft zu aller Gebrauch (Nutznießung). Wirklich sollen die Hospitäler und Armenhäuser in den westlichen Gebieten, bei der Burg des hl. Egidius, bei Asti, Pisa, Bari, Otranto, Tarent, Messina, berühmt durch den Titel des Namens Jerusalem, in Deiner und Deiner Nachfolger Untertänigkeit und Verfügungsgewalt bleiben, so wie sie es heute sind. Das bestimmen wir für alle Ewigkeit.

Sollte in Zukunft irgendeine kirchliche oder weltliche Person in Kenntnis dieser Ausfertigung unserer Verfügung verwegen versuchen, dagegen zu handeln, so soll sie, nachdem sie ein zweites und drittes Mal verwarnt worden ist, wenn sie nicht durch entsprechende Wiedergutmachung sich bemüht hat, der Würde ihrer Macht und Ehre entkleidet werden, sie soll wissen, dass sie bei hartnäckiger Unbußfertigkeit sich als Angeklagte vor Gottes Gericht befindet und dass sie verlustig geht des Allerheiligsten Leibes und Blutes unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus und beim Jüngsten Gericht aufs strengste der Strafe anheimfällt. Allen aber, die an diesem Orte dem Recht dienen, sei der Friede unseres Herrn Jesus Christus, damit auch sie die Frucht der guten Tat genießen und beim strengen Richter einst die Belohnung ewigen Friedens finden. Amen.

Ich, Paschalis, Bischof der Katholischen Kirche, habe unterschrieben
Ich, Riccardo, Bischof von Albano, habe unterschrieben
Ich, Landolfo, Erzbischof von Benevent, habe gelesen und unterschrieben
Ich, Conone, Bischof der Kirche von Preneste, habe gelesen und unterschrieben
Ich, Anastasio, Kardinalpriester des Sel. Clemente, habe unterschrieben
Ich, Gregorio, Bischof von Terracina, habe gelesen und Unterschrieben
Ich, Giovanni, Bischof von Mellito, habe gelesen und unterschrieben
Ich, Romualdo, Kardinaldiakon der Römischen Kirche, habe unterschrieben
Ich, Gregorio, Kardinalpriester des H. Chrysogonus, habe gelesen und unterschrieben

Geschrieben zu Benevent durch die Hand von Giovanni, Kardinal und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche, am 15. Februar im 1113ten Jahr nach der Fleischwerdung unseres Herren, im vierzehnten Jahr des Pontifikats von Papst Paschalis II.

Bild143

124

144

Die kirchenamtliche Bedeutung der Bulle „Pie postulatio voluntatis“ kann kaum überschätzt werden. In diesem Dokument findet das Xenodochium zu Jerusalem mitsamt seinen Brüdern erstmals explizite Erwähnung in einem päpstlichen Schreiben. Besonders bedeutsam ist dabei die namentliche Nennung Gerhards, der in seiner Funktion als Leiter, Vorsteher, Provisor und Propst feierlich bestätigt wird.

Über die bloße Anerkennung der personellen Struktur hinaus gewährte der Papst der Gemeinschaft entscheidende institutionelle Privilegien:

Mit dieser päpstlichen Konstituierung war der Prozess der Emanzipation abgeschlossen: Aus der einstigen klösterlichen Zweigstelle war eine universale, eigenständige Institution des Kirchenrechts erwachsen.

P602C1T9#yIS1

Papst Calixtus II. (1119 - 13.11.1124)
bestätigte durch seine Bulle „Ad hoc nos“145 vom 19. Juni 1119 die Privilegien und Besitztümer des Hospitals und insbesondere die Bulle „Pie postulatio voluntatis“ von Papst Paschalis II.

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Calixtus usw. an seinen ehrwürdigen Sohn Gérard, den Gründer und Vorsteher des Jerusalemer Hospitals, und an seine rechtmäßigen Nachfolger auf ewig.

Zu diesem Zweck erkennen wir, dass wir durch die Fügung des Herrn in den Dienst des Apostolischen Stuhls erhoben wurden: damit wir seinen Söhnen, die um Hilfe flehen, wirksam beistehen und die ehrwürdigen Stätten schützen mögen, so wie der Herr es gegeben hat. Deshalb, geliebter Sohn in Christus, Vorsteher Gérard, angeregt durch die frommen Bemühungen deiner Gastfreundschaft, nehmen wir deine Bitte mit gebührender Güte an und stellen das von dir in der Stadt Jerusalem neben der Kirche des heiligen Johannes des Täufers errichtete Hospital, nach dem Vorbild unseres Vorgängers heiligen Angedenkens, Papst Paschalis, unter den Schutz des Apostolischen Stuhls.

Ebenso bestätigen wir mit diesem Dekret die Schenkung unseres Bruders Pons, Bischof von Tripolis, die er – seinem Vorgänger Herbert folgend – eurem Hospital gewährt und durch eine Urkunde bekräftigt hat. Dieser hat nämlich demselben Hospital und dir und deinen rechtmäßigen Nachfolgern, durch Rat und Gunst Berengars, Bischof von Orange, der damals Gesandter des Apostolischen Stuhls in jenen Gebieten war, alle Zehnten des gesamten Landes zugesprochen, das Wilhelm Rostagni hielt und nach ihm Pons von Mezenes besaß, nämlich von der Burg des Gaucefredus von Agolt bis nach Calamo; ebenso die Pfarrkirche mit Taufstein, Friedhof, den Gaben der Lebenden und Verstorbenen und allem anderen, was einer Pfarrkirche zusteht, sowie alle anderen Kirchen, die innerhalb der Grenzen des oben beschriebenen Landes liegen, das Pons von Medenes gehörte, und was sonst noch Recht der Kirche von Tripolis sein sollte, jedoch unter Wahrung der Ehrfurcht und des Gehorsams gegenüber dem Bischof bei jenen Priestern, die der Prior des vorgenannten Hospitals in den genannten Kirchen einsetzen wird.

Zudem gab er demselben Hospital die Kirche des heiligen Johannes des Täufers auf dem Pilgerberg mit allem, was sie besitzen soll, und mit den Zehnten der Mühlen von Wilhelm Beraldi, sowie mit den Zehnten aller Besitztümer und Dinge, die das vorgenannte Haus damals in seiner Gesamtheit vom Bistum Tripolis besitzt. Diese Schenkung, so wie sie von demselben Bischof vollzogen wurde, ist daher von unserem Vorgänger heiligen Angedenkens, Papst Paschalis, bestätigt worden. Und alle Dinge, die zur Unterstützung der Bedürfnisse von Pilgern und Armen dienen, usw.

(R) Ich, Calixtus, Bischof der katholischen Kirche, habe unterzeichnet. (M).

Gegeben zu Saint-Gilles, durch die Hand des Chrysogonus, Kardinaldiakon der Heiligen römischen Kirche und Bibliothekar, am 19. Juni, im Jahr 1120 der Fleischwerdung des Herrn, im 1. Jahr des Pontifikats des Herrn Calixtus II.

5B Exkurs: Grabstätte und Reliquien des Seligen Gerhard

Der Selige Gerhard verstarb am 3. September 1120.

Der französische Ordenshistoriker

P613C4T9#yIS1147
René Aubert de Vertôt
würdigt ihn in seinen Schriften148 wie folgt:

„Die Hospitaliter verloren in ihm den Vater der Armen und der Pilger [...] Dieser tugendhafte Mann, der ein hohes Alter erreicht hatte, starb in den Armen seiner Brüder, fast ohne vorhergegangene Krankheit: man kann sagen, er fiel ab, wie eine Frucht, die für die Ewigkeit reif ist.“

P615C4T9#yIS1149

P616C4T9#yIS1

Die ursprüngliche Grabstätte in Jerusalem

Das Grab des Seligen Gerhard befand sich auf dem Gelände des Hospitals, höchstwahrscheinlich innerhalb der dortigen Kirche.

Erste Überführung der sterblichen Überreste
nach Manosque (Frankreich)

Zeitraum: nach 1187, jedoch vor 1283

Die Gebeine des Seligen Gerhard scheinen nach dem Fall Jerusalems 1187 nach Europa überführt worden zu sein. Die genauen Umstände, wie die Reliquien nach Manosque gelangten, sind historisch noch nicht abschließend geklärt.

Theodore Andrea Cook schreibt in „Old Provence“:

„Im Jahr 1080 gründete ein Bürger aus Martigues namens Gerhard Tenque das Hospital des Hl. Johannes in Jerusalem [...]; Gilbert der Gute, Ehemann der Gräfin Gerberge von der Provence, brachte zahlreiche Reliquien aus dem Heiligen Land mit, die später in den Kirchen von Arles und Umgebung verwahrt wurden.“

Es ist möglich, dass Gilbert der Gute die Reliquien des Seligen Gerhard nach Manosque brachte. Im Jahr 1283 wurde der Leichnam in einem kostbaren, mit Edelsteinen besetzten Silberschrein in der Hospitaliterkapelle von Manosque beigesetzt, wo er bis zur Französischen Revolution verblieb.

Msgr. François Ducaud-Bourget führt dazu in „The Spiritual Heritage of The Sovereign Military Order of Malta“ (Vatikan 1958) aus:

„Zweifellos befanden sich seine Reliquien seit 1283 in Manosque – ab dem Zeitpunkt der Einnahme Akkos durch die Mamelucken und der Reorganisation der Hospitaliter auf Zypern – bis zu ihrer Zerstörung während der Französischen Revolution.“

Überführung des Schädels nach Valletta (Malta)

Auf Anordnung des Großmeisters Emmanuel Pinto wurde das Haupt des Seligen Gerhard im Jahr 1749 nach Valletta auf Malta überführt.

Zerstörung der Reliquien während der Französischen Revolution
(1789–1799)

Mehrere Quellen belegen, dass die in Manosque verbliebenen Reliquien während der Revolutionswirren zerstört wurden. Lediglich ein Oberarmknochen sowie ein Wirbel konnten offensichtlich gerettet werden.

Sicherung der verbliebenen Reliquien in Martigues

Nach der Bergung wurden der Oberarmknochen und der Wirbel in der Kirche von Martigues verwahrt. Zeitweise waren diese Überreste nach einer offiziellen Inventarisierung im dortigen Rathaus zu besichtigen.

Heutige Standorte der Reliquien

Nach derzeitigem Kenntnisstand des Autors werden die Reliquien des Seligen Gerhard an folgenden Orten verehrt:

  1. Martigues (Frankreich):

    1. Pfarrkirche St. Madelaine (Stadtteil L'Ile):
      Hier befindet sich die Reliquie des Oberarmknochens
      sowie ein weiteres Reliquiar (Inhalt vermutlich ein Wirbel).

    2. Kirche Saint Louis d'Anjou (Stadtteil Ferrières):
      Aufbewahrungsort einer Wirbelreliquie.

  2. Vitrolles (Frankreich): Reliquien in der Kirche Saint-Gérard.

  3. Rom (Italien): Ein Teil des Oberarmknochens aus Martigues wurde dem Großmagisterium des Malteserordens übergeben und wird in der dortigen Kapelle verwahrt.

  4. Mandeni (Südafrika): Am 3. September 1996 schenkte das Großmagisterium ein Fragment des Oberarmknochens der Blessed-Gérard-Kirche. Die Übergabe erfolgte durch den damaligen Großkomtur Frà Ludwig Hoffmann von Rumerstein.

  5. Ehreshoven (Deutschland): Ein weiteres Fragment des Oberarmknochens befindet sich in der Kapelle der Malteser Kommende.

  6. Valletta (Malta): Der Schädel wird im Konvent der St. Ursula-Schwestern aufbewahrt.

  7. London (Großbritannien): Ein Schädelfragment
    wird im Großpriorat von England verwahrt.

  8. Sizilien (Italien): Weitere Schädelfragmente befinden sich in der Kirche der Hl. Odigitria (Caronia) sowie in der Kirche des Hl. Franziskus und der Hl. Agatha (Militello).

  9. Pisa (Italien): Eine Reliquie wird in der Dominikus-Kirche verehrt.

  10. Köln (Deutschland): Eine weiteres (Schädel-?) Fragment ist dort.

  11. Slowenien: Ein weiteres Schädelfragment befindet sich bei der Slowenischen Assoziation des Malteserordens.

Bilder:

Der Autor besuchte Martigues am 12. und 13.3.2015
mit Malteser-Rittern und Damen aus Frankreich.150

Der verbliebene Oberarmknochen (oder ein Teil davon)
und Wirbel in Martigues.

Oberarmreliquie des Seligen Gerhard in der Pfarrkirche Martigues
(St.-Magdalenen-Kirche, Stadtteil L'Ile):

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Ein weiteres Reliquiar in derselben Kirche (Inhalt unbekannt – Wirbel?)

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Wirbelreliquie des Seligen Gerhard
in der Kirche Saint Louis d'Anjou (Stadtteil Ferrières)

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Ein weiteres Reliquiar in derselben Kirche
(Inhalt unbekannt – sieht leer aus)

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Weitere Bilder:

LES MARTEGAUX ETAIENT A SAINT MAXIMIN
AVEC LES RELIQUES DU BIENHEUREUX GERARD TENQUE

https://youtu.be/xe9Tbvd8B8s

Reliquien in der Kirche Saint-Gérard in Vitrolles/Frankreich

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P711C4T9#y1Ein Teil des Oberarmknochens aus Martigues wurde dem Großmagisterium des Malteserordens in Rom
übergeben und wird dort
in der Kapelle aufbewahrt.

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Das Großmagisterium hat am 3. September 1996
einen Teil seines Oberarmknochenfragments
der Blessed Gérard’s Kirche in Mandeni/Südafrika geschenkt.

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Der Großkomtur des Malteserordens,
Frà Ludwig Hoffmann von Rumerstein, übergibt die Reliquie

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Das Großmagisterium hat einen weiteren Teil
seines Oberarmknochenfragments der Kapelle der
Malteser Kommende in Ehreshoven
/Deutschland geschenkt.




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Der Schädel im St. Ursulas Convent in Valletta/Malta

Aktueller Reliquienschrein Ehemaliger Reliquienschrein

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Ein Schädelfragment des Seligen Gerhard
wird im Großpriorat von England des Malteserordens
in London/Großbritannien aufbewahrt.


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Ein weiteres Schädelfragment des Seligen Gerhard
wird in Sizilien/Italien aufbewahrt.
Weitere Informationen unter
http://www.carlomarullodicondojanni.net/Beato%20Gerardo.htm

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KIRCHE DER Hl. ODIGITRIA CARONIA

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KIRCHE DES HL. FRANZISKUS UND DER HL. AGATHA DI MILITELLO

Eine Reliquie des Seligen Gerhard in der
Dominikus Kirche in Pisa/Italien

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Eine weitere Reliquie des Seligen Gerhard ist in Köln

Da die Beschriftung der Reliquienkapsel den beiden italienischen Reliquien gleicht, und diese Fragmente der Maltesischen Schädelreliquie sind, nehme ich an, dass auch diese eine Schädelreliquie des Seligen Gerhard ist.

Eine Reliquie des Seligen Gerhard in Slowenien

Reliquiar des Seligen Gerhard, Entwurf und Gestaltung von Christoph Steidl Porenta, Zlatarna zlato runo 2024.

Kanzler Roman Vučajnik überbrachte der Slowenischen Assoziation diese Reliquie im Oktober 2023 als Geschenk aus dem Kloster Santa Ursula in Valletta.

Reliquiar des Seligen Gerhard bei der Slowenischen Assoziation des Malteserordens

Beglaubigungsschreiben für die Reliquie des Seligen Gerhard aus dem Kloster Santa Ursula in Valletta

Beglaubigungsschreiben für die Reliquie des Seligen Gerhard aus dem Kloster Santa Ursula in Valletta.

Detailaufnahme der Reliquie des Seligen Gerhard in Slowenien

Bilder und Text mit Erlaubnis entnommen aus:
Christoph Steidl Porenta, Roman Vučajnik und Tadej Jakopič: Ave crux alba: Insignije in odlikovanja Suverenega malteškega viteškega reda.