FAZIT UND VISION
543Die Gründung des Ordens des Hl. Johannes im Jahr 1099 stellt – wie ich oben zu beschreiben versuchte – ein bemerkenswertes Ereignis in der Geschichte der Orden dar. Es war nicht nur die Geburtsstunde eines der vielen Orden, sondern des ersten Hospitalordens der Kirche. Er setzte spirituelle Maßstäbe, die das Leben der Kirche bis heute prägen. Die in der Hospitalität gipfelnde Spiritualität war die grundlegende spirituelle Innovation, die der Orden des Hl. Johannes in die Geschichte der Orden einbrachte. Im Glauben verankert, war und ist sie bis heute die treibende Kraft des Ordens. Obwohl die Umwandlung in einen Ritterorden, der militärische und hoheitliche Aufgaben übernahm und aus dem Geist des Schutzes der Pilger und der Idee der "militia Christi" entstand, bereits unter dem zweiten Leiter, Raymund von Puy, begann und den Orden in seiner turbulenten Geschichte eher als Militärmacht, denn als Hospitalorden erscheinen ließ, vergaß er in keiner Phase seiner Entwicklung seine Hauptaufgabe, die Hospitalität. (Siehe: https://youtu.be/D5ltg57y6eM)
544Wenn das Malteserkreuz, das Symbol der acht Seligpreisungen aus der Bergpredigt Christi, in Flüchtlingslagern und Krankenhäusern, in medizinischen Forschungszentren und Krankenwagen, in Einrichtungen des Zivilschutzes und der Rehabilitation, in Hospitalzügen für Krankenwallfahrten und in Ausbildungsstätten für Pflegepersonal, in Hospizen und Kinderheimen ein beredtes Zeugnis dafür ablegt, dass der Malteserorden sein zeitloses Motto „Schutz des Glaubens und Dienst an den Armen“ in zeitgenössische Werke christlicher Nächstenliebe umsetzt, werden wir an die Worte des Ordensgründers, des Seligen Gerhard, erinnert:
„Unsere Bruderschaft wird unvergänglich sein,
denn der Boden, auf dem diese Pflanze wurzelt, ist das Elend der Welt – und weil es, so Gott will, immer Menschen geben wird, die sich dafür einsetzen wollen, dieses Leid zu lindern und dieses Elend erträglicher zu machen.“
Möge der Orden des Hl. Johannes auf der Grundlage seiner geistlichen Grundlage in aller Zukunft demütig den Hungrigen und Durstigen, den Entfremdeten und Nackten, den Kranken und Gefangenen des Herrn dienen und so zu einem Zeichen des christlichen Glaubens, der freudigen Hoffnung und der apostolischen Liebe für die Menschen werden.